Feierlichkeiten am Brexit day geplant

20. Januar 2020

Der „Brexit day“, der 31. Januar, soll in Großbritannien gebührend gefeiert werden. Das ist jedenfalls der Wunsch der britischen Regierung, während sich die Brexit-Gegner, die diesen Tag für fatal halten, wohl zurückhalten werden. „Der 31. Januar ist ein wichtiger Moment unserer Geschichte, da das Vereinigte Königreich die EU verlässt und seine Unabhängigkeit wiedergewinnt“, teilte das Büro von Premierminister Boris Johnson mit. Am Abend des 31. Januar werde der Regierungschef sich mit einer Ansprache an die Nation wenden. Zudem soll Johnsons Amtssitz in der Downing Street mit einem Countdown bis zum EU-Austritt um 23 Uhr Londoner Zeit beleuchtet werden, der auch über die sozialen Medien übertragen wird. Auch andere Gebäude im Regierungsviertel Whitehall werden demnach beleuchtet. Geplant ist ferner, dass rund um den Parliament Square, wo der Chef der Brexit-Partei Nigel Farage eine Party mit Reden und Musik geben will, der Union Jack, die britische Flagge, wehen soll. Die Regierung will außerdem am Tag des Brexit eine Gedenkmünze herausgeben mit der Inschrift: „Friede, Wohlstand und Freundschaft mit allen Nationen.“ Eine ähnliche Münze war bereits für den Brexit-Termin am 31. Oktober 2019 geprägt worden. Eine Million Exemplare mussten dann eingeschmolzen werden, nachdem der EU-Austritt verschoben wurde. Ob Big Ben, die 160 Jahre alte, berühmte Glocke im Uhrturm des Parlaments, den Brexit einläuten wird, ist nicht sicher. Big Ben wird seit 2017 saniert. Technisch wäre es möglich, die Glocke dennoch läuten zu lassen. Aber die Vorkehrungen dafür sind teuer, 500 000 Pfund. Aus Steuergeldern, so der Premierminister, sei das nicht zu verantworten. Johnson schlug deshalb eine Crowdfunding-Kampagne vor. Jedoch machte die Parlamentsverwaltung rechtliche Einwände geltend. Auf der Plattform GoFundMe war jedoch bereits eine Spendenaktion angelaufen und hatte innerhalb eines Tages mehr als 220.000 Pfund (rund 260.000 Euro) erbracht. Unter anderem steuerte die Brexit-Kampagne „Leave means Leave“ des britischen Geschäftsmannes Arron Banks 50.000 Pfund bei. Der Brexit-Hardliner Nigel Farage, dessen Brexit Party bei der Unterhaus-Wahl ein Parlamentsmandat verfehlte, warf der Regierung vor, sich zu blamieren. „Ich kann schon sehen, wie wir auf der ganzen Welt verspottet werden: Großbritannien verlässt die EU und sie können nicht einmal eine Glocke läuten“.

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