Dez 16 2019 0

Triumphaler Wahlsieg für Boris Johnson

Nach seinem triumphalen Wahlsieg kann Premierminister Boris Johnson erst einmal aufatmen. Er kann jetzt den geänderten Austrittsvertrag mit der EU durch das Parlament bringen und dann zum 31. Januar 2020 das Vereinigte Königreich aus der EU führen. Damit wird er sein zentrales Wahlversprechen einlösen können.  Eine wichtige Folge des Erdrutsches, der am 12. Dezember in den britischen Wahllokalen stattgefunden hat, ist die deutlich größere Bewegungsfreiheit, die Boris Johnson jetzt in der eigenen Partei hat. Die Brexit-Hardliner können ihn nicht mehr so leicht in den politischen Schwitzkasten nehmen wie bisher. Das wird ihm dabei helfen, die nächste große Herausforderung zu bestehen: Am 1. Februar 2020 werden die Verhandlungen über  ein Freihandelsabkommen mit der EU beginnen. Dann wird Boris Johnson seinem Volk und ebenso der EU  die entscheidende Frage beantworten müssen: Wie soll die künftige Beziehung Großbritanniens zur EU aussehen?  Gut dreieinhalb Jahre nach dem Brexit-Referendum kann der Regierungschef nicht erklären, welchen Platz Großbritannien künftig in der Welt einnehmen soll. Die Tories haben sich von ihren liberalen Traditionen verabschiedet und sind jetzt eine Partei des britischen Nationalismus: Britain first. Das werden die Europäer bald zu spüren bekommen. Auf die Engländer wartet auch eine Lektion: Sie werden lernen müssen, dass die EU wirtschaftlich stärker ist. Was ändert sich nun für uns Deutsche im Hinblick auf das Vereinigte Königreich? Erstmal wenig, jedenfalls so lange die Übergangsfrist bis Ende 2020 gilt. Danach allerdings ändert sich viel. Das ist schon jetzt sicher.

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